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Sichere Chirurgie
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Empfehlungen bei Zusatzversicherung nach VVG

Grundsätze

Die vorliegenden Empfehlungen gelten für den Vertrag zwischen Arzt und VVG- zusatzversicherten Patienten, wie er in Kraft tritt, wenn sich ein zusatzversicherter Patient bei seinem Arzt der Wahl in Behandlung begibt.

Dieser Vertrag zwischen Patient und Arzt geht allen Vereinbarungen vor, die zwischen Versicherern und Spital zu Lasten Dritter (Patient und Arzt) abgeschlossen werden.

Diesen durch eine Behandlung automatisch zustande kommenden Vertrag zwischen Arzt und Patient gilt es auch bei einem VVG zusatzversicherten Vertragsabschluss zwischen Belegarztverband und Versicherern oder zwischen den einzelnen Belegärzten und dem Belegarztspital zu berücksichtigen.

Der Belegarztverband MKG+ unterstützt das 10-Punkte-Programm der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung SBV+:

  1. Der Belegarzt erbringt die Leistungen persönlich.
  1. Der Belegarzt hat die medizinische Spezialistenausbildung abgeschlossen und bildet sich stetig weiter.
  1. Der Belegarzt ist permanent verfügbar und der erleichterte Zugang zu ihm ermöglicht eine persönliche therapeutische Begleitung.
  1. Der Belegarzt misst den Wünschen des Patienten hinsichtlich des Ablaufs der Behandlung grosse Bedeutung bei.
  1. Der Belegarzt setzt die diagnostischen Untersuchungen und therapeutischen Massnahmen ohne Zeitverzug in Gang.
  1. Der Belegarzt setzt sich in Absprache mit der Klinik dafür ein, für Patienten in der Privat/Halbprivat-Abteilung jegliche Warteliste zu vermeiden.
  1. Der Belegarzt achtet speziell auf den Schutz der Privatsphäre des Patienten.
  1. Der Belegarzt erstellt eine transparente und verständliche Honorarrechnung.
  1. Wo solche bestehen, anerkennt der Belegarzt die Paritätische Kommission der Zusatzversicherungen und deren Spielregeln.
  1. Ein allfälliger ärztlicher Stellvertreter oder beauftragter Belegarzt, resp. beigezogener Konsiliararzt, erfüllt die gleichen Bedingungen.

Arzthonorar in der Zusatzversicherung

VVG-zusatzversicherte Patienten profitieren in erster Linie von der freien Arztwahl und deren Folgen wie beispielsweise dem raschen Zugang zum Belegarzt und der dadurch ermöglichten prioritären Behandlung im Spital.

Der Belegarztverband MKG+ unterstützt für den VVG-Zusatzversicherungsbereich die Abgeltung von Einzelleistungen, im Gegensatz zu Fallpauschalen im KVG-Bereich.

Dabei gelten folgende Kriterien:

  1. Es handelt sich um die Abgeltung von Einzelleistungen und somit nie um Pauschalen.
  1. Schwierigkeitsgrad der Leistung unter Berücksichtigung der üblicherweise zur Erbringung dieser Leistung notwendigen Weiter- und Fortbildungszeit.
  1. Zeitaufwand für die Erbringung der Leistung inkl. der dazu notwendigen nicht direkt am Patienten erbrachten Leistungen.
  1. Abgeltung der permanenten Verfügbarkeit und persönlichen Verantwortung bzw. der allfälligen, qualitativ gleichwertigen ärztlichen Stellvertretung.
  1. Risiko des Eingriffs
  1. Wahl- oder Notfalleingriff
  1. Freie Arztwahl
  1. Optimale Indikationsstellung für Behandlungen und Operationen, inkl. Doppel- und Mehrfacheingriffe.
  1. Optimale Wahl von Material und Medikamenten und deren Handhabung

Der Belegarztverband MKG+ legt Arzthonorare in Form von VVG-Empfehlungen vor, welche die Wertigkeit der Eingriffe im Vergleich zueinander darstellt. Dabei wird nicht ein direkter Preis festgelegt, was im VVG-Zusatzversicherungsbereich auf Grund des Wettbewerbrechtes nicht zulässig wäre. Der Belegarztverband MKG+ empfiehlt seinen Mitgliedern, diese als VVG-Empfehlung erarbeitete Struktur für Arzthonorare zu nutzen. Dabei sollen die ortsüblichen Preise nicht systematisch übertroffen werden.

Der Belegarztverband MKG+ unterhält eine Tarifkommission, welche die Arzthonorare unter Berücksichtigung der obigen Aussagen beurteilt. Dabei werden auch Fragen von unangemessen erscheinenden Arzthonoraren behandelt.

Die Plausibilisierung zur Abschätzung der ortsüblichen Preise basiert auf dem seit 1992 unveränderten SLK-Taxpunktwert von CHF 4.95 als Ausgangslage. Für halbprivate Patienten soll das Honorar bei einem Faktor von 1,5 – 2,0 und für privat versicherte Patienten von 2,0 – 3,0 liegen.

Bilaterale Verträge zwischen Belegärzten und Versicherern, die bei Kurzhospitalisation (vormals teilstationär) eine klassengerechte Abrechnung berücksichtigen und die Versicherungsklasse „Allgemein ganze Schweiz“ als VVG-Zusatzversicherung Typ Basis weiterführen, kommen in den Genuss einer tieferen Spreizung zwischen den Versicherungsklassen.

Abgeltung des Belegarztes im KVG-Bereich

Auf Grund des KVG haben alle Patienten grundsätzlich auch die Möglichkeit, in einem Privatspital gemäss Spitalliste behandelt zu werden. Der Belegarztverband MKG+ unterstützt dies mit dem Hinweis, dass dabei die freie Arztwahl nicht eingeschlossen ist und dass Einschränkungen beispielsweise für Doppeleingriffe, Mehrfacheingriffe, Material und Medikamente bestehen.

Die Abgeltung der in der Grundversicherung erbrachten Leistungen muss kostendeckend sein. Sie soll sich nach den Ausgaben für die gleiche ärztliche Leistung im öffentlichen Spital richten, unter Berücksichtigung einer Vollkostenrechnung. Diese hat Arztlöhne und Ausgaben für die umfassende ärztliche Infrastruktur zu beinhalten. Dies Abgeltung spiegelt sich derzeit im Tarifsystem OKP (Obligatorische Krankenversicherung und Pflege) wider.

Vorstand des Belegarztverbandes MKG+