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Sichere Chirurgie
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Das Arzthonorar im Swiss DRG

Grundsätzliche Überlegungen

Das Arzthonorar wird im Swiss DRG nicht ausgewiesen. Übrigens auch in Deutschland nicht. Am öffentlichen Spital sind die Arztlöhne in Deutschland ebenfalls inklusive eingerechnet, am Belegarztspital jedoch nicht. Der deutsche Belegarzt rechnet mit einem separaten Belegarzttarif ab.

Swiss DRG am öffentlichen Spital stellt für die angestellten Ärzte kein Problem dar. Ihre Löhne laufen unverändert weiter. Ganz anders bei den Belegärzten. Hier stehen verschiedene Abgeltungsmodelle zur Diskussion.

20% Arztanteil gemäss SBV

Der von der Schweizerischen Belegarztvereinigung SBV propagierte Arztanteil von 20% eignet sich nur für die Ausscheidung eines Ärztepools, nicht jedoch für den Einzeleingriff:

  1. Die Swiss DRG weisen, besonders in kleineren Fachdisziplinen, noch groteske Unwuchten auf und sind deshalb für den Einzeleingriff unbrauchbar.
  1. Der Arztanteil von 20% stellt bestenfalls einen statistischen Mittelwert dar und stimmt beim Einzeleingriff nicht (Spritze vom Onkologen versus bimaxillärer Eingriff).
  1. Ein Arztanteil von 20% negiert die stark divergierenden Infrastrukturkosten der für die Eingriffe der verschiedenen Fachdisziplinen notwendigen Praxismodelle für die fachspezifische Vor- und Nachbehandlung.
  1. Eine 20%-Regel würde die bestehende unhaltbare Swiss DRG-Situation zementieren.
  1. Eine Korrektur des Swiss DRG ist nur möglich auf Grund betriebswirtschaftlich reeller Zahlen, d.h. Arztlöhnen vom öffentlichen Spital und Arzthonorare gemäss einem betriebswirtschaftlichen Arzttarif vom Belegarztspital. 

Einzelleistungstarif

Das Hauptgewicht im Swiss DRG liegt nicht im Arztanteil, sondern im Spitalanteil:

  1. Betriebswirtschaftlich reelle Arzthonorare gemäss Einzelleistungstarif (z.B. SLK. SSO; TARMED) bergen die Gefahr, dass ärztlich aufwendige Eingriffe auf Grund des grossen Arztanteils im Vergleich zum Spitalanteil nicht mehr erwünscht sind bzw. nicht mehr erbracht werden können.
  1. Es besteht keine Gewähr, dass beim Gesamttotal an Arzthonoraren die 20%-Marge eingehalten werden kann.

OKP-Tarif als Kompromiss

Ein OKP-Tarif berücksichtigt das betriebswirtschaftliche Honorar für einen spezifischen Einzeleingriff, unbesehen der stärkeren Gewichtung des Spitalanteils. Ein OKP-Tarif stellt eine speziell für Swiss DRG konzipierte Fallpauschale zur Honorierung des Arztanteils dar. Der Arztanteil ist plafoniert. In den Pauschalen des Arztanteils sind die Risiken für Komplikationen und Revisionen eingerechnet. Kürzere und mittlere Eingriffe profitieren von der Plafonierung der längeren Eingriffe.

  1. Der OKP-Tarif ist im Vergleich zum Einzelleistungstarif ausgewogen, ohne im Swiss DRG anzuecken bzw. aus dem Angebot des Spitals auszuscheiden.
  1. Das Gesamttotal an Belegarzthonoraren basiert auf dem Lohnanteil der Ärzteschaft am öffentlichen Spital.
  1. Die Erfahrung aus einer ganzen Reihe von Belegarztspitälern garantiert dafür, dass die 20%-Marge für das Gesamttotal an Arzthonoraren eingehalten wird.

Konkretes Angebot

Ein solcher OKP-Tarif wurde von der Berner Belegarztvereinigung BBV+ in Zusammenarbeit mit dem Verband der Privatspitäler und den Versicherern erarbeitet und wird laufend weiterentwickelt und gewartet.

Er ist für Belegärzte bzw. deren Spitäler im Jahresabonnement erhältlich beim Sekretär der Berner Belegarztvereinigung BBV+ unter bbvplus@annasohn-consulting.ch .